Katholische Kirche in der Steiermark

Der Heilige Franz von Paula :Unser Kirchenpatron

Paula(Paola) ist ein kleines Städtchen am Busento gelegen, wo der Sage nach die Westgoten ihren König Allarich begraben haben. Fast genau 1000 Jahre später wurde in dieser Gemeinde unweit von Cosenza, der Patron der Einsiedler und Emigranten, als Sohn von Jakob und Vienna Mortatilla geboren. Die Eltern stammten aus sehr einfachen Verhältnissen. Die Überlieferung berichtet, dass während der Geburt im Jahre 1416 Flammen über dem Haus gesehen worden waren, ohne dass diese das Dach beschädigten. Schon bei der Taufe des Knaben gelobten die Eltern, den Sohn, der nach langen kinderlosen Ehejahren dem Elternpaar geschenkt worden war, dem Dienst des Hl. Franziskus zu weihen. Franz trat dann als Elfjähriger dem Minoritenorden auf ein Jahr bei, um das Gelübde der Eltern zu erfüllen. Zurückgekehrt ins Elternhaus, zog er mit Vater und Mutter zwei Jahre lang auf Wallfahrt und besuchte so viele heilige Stätten in Kalabrien und Süditalien. Der vierzehnjährige Mann zog sich fünf Jahre in eine wüste Einöde unweit von Paola zurück um als Eremit zu fasten und zu beten. Hier begann er sein strenges Fasten, das später gravierende Regel seines Ordens werden sollte und darin bestand, erst nach Sonnenuntergang zu essen und zu trinken: Kräuter, Käse, Milch und Wasser.

1435 gründete er, nunmehr neunzehnjährig den Orden der Minimitten (Mindeste Brüder), weil er noch einfacher als die Minoriten leben wollte. Er wählte sich als Zeichen zwei sich umfassende Hände und trug mit seinen Brüdern eine härene Kutte, die durch ein Seil gegürtet war. Sein erstes Ziel war die Pflege der Kranken und Ärmsten, wobei er ganz seinem Vorbild Franz von Asissi nacheiferte. 1474 erfolgte die erste päpstliche Bestätigung der Ordensregel. Der Hl. Vater sandte den Heiligen nach Sizilien um den Orden zu verbreiten. Da er kein Geld für die Überfuhr hatte, soll er den Mantel ausgbreitet haben um mit einem Mitbruder die Meereenge von Messina auf dem Wasser schwebend, überquert haben. Viele Wunder werden von seinem Wirken berichtet: So werden Toten-Erweckungen, Krankenheilungen und vieles mehr von ihm erzählt. Auch soll er ein Lamm aus einem brennenden Kalkofen gerettet haben. Die Gabe der Weissagung war ihm ebenfalls geschenkt. Zurückgekehrt aus Sizilien, wurde er wegen seiner offenen Worte am Hof des Königs von Neapel verfolgt. Der Hl. Vater riet, dem Wunsch des französischen Königs zu folgen und den Orden nach Frankreich zu verbreiten. Als der Papst zuvor dem Heiligen die Priesterweihe spenden wollte, lehnte der Heilige bescheiden ab; er wäre nicht würdig das allerheiligste Messopfer zu zelebrieren und die Sakramente zu spenden. 1483 verließ der heilige Franz von Paula Italien und landete mit dem Schiff in Marseilles. Hier herrschte damals die Pest und so wollte man den Gottesmann nicht einlassen. Er aber soll gerufen haben: ,,Öffnet die Tore! Gott ist mit uns!" Er pflegte unermüdlich die Kranken und viele konnten vor dem schwarzen Tod gerettet werden. Nach Erlöschen der Pest zog er an den Königshof von Tours, wo er bald das Vertrauen des Königs erwarb und sein Berater wurde. Er taufte den Dauphin (Kronprinzen) und gründete das erste Kloster der Minime in Frankreich. Der Orden, der nun das Wort Charitas (Liebe) als Symbol erwählt hatte, verbreitete sich rasch als ,,Boni Homines" in ganz Frankreich. Durch Sendboten gelangte der Orden auch nach Spanien und von dort in die Neue Welt. Nannten sich die Brüder in Spanien ,,Fratres de Victoria" ( Brüder des Sieges), so wurden sie im deutschen Sprachraum Paulaner genannt. Klostergründungen erfolgten in München-Neudeck (Paulanerbräu) und in Wien in der Favoritenstraße. Als der Heilige hochbetagt 1507 in Tours starb, trauerte nicht nur der Orden, sondern auch der französische Hof und die gesamte Christenheit. Er hatte viele Menschen durch sein Leben und Wirken auf den rechten Weg gewiesen.Er hatte den französischen Hof mit christliche Gesinnung durchdrungen und viele Kranke, Aussätzige und Blinde geheilt. Sogar Tote soll er erweckt haben. Schon die Anrufung seines Namens soll Hilfe in Not gebracht haben. Am 1.Mai 1519 wurde Franz von Paula, der in Tours begraben worden war, vom Papst Leo X. heilig gesprochen.
Als in den Hugenottenwirren die Grabstätte geöffnet und geschändet wurde, soll der Leib des Heiligen unverwest aufgefunden worden sein. Erst nachdem man ein Kreuz auf ihn geworfen hatte, verbrannte der Corpus. Das Zentrum der Minimiten ist heute in Paola (Kalabrien), wo sein Mantel, sein Gürtel und seine Sandalen gezeigt werden. Der Orden ist vor allem in Südeuropa, Lateinamerika und in den USA verbreitet. Die Kirche feiert den Heilgen als Patron der Emigranten, Eremiten und als Pestheiligen und begeht sein Fest am 2. April.

(F.-R.Pergler)