Katholische Kirche in der Steiermark

Geschichte

Das westliche Grazer Feld hatte bis ins frühe 20. Jahrhundert bäuerlichen Charakter. Äcker und Felder in der Ebene, Weingärten an den Hängen des Buchkogels und des Ölberges prägten das Landschaftsbild. Das Gebiet von Wetzelsdorf gehörte seit dem Mittelalter zur Pfarre Straßgang. Erst die in den letzten 100 Jahren kontinuierlich zunehmende Bau- und Siedlungstätigkeit im Großraum von Graz machte auch im kirchlichen Bereich neue Seelsorgestrukturen erforderlich und bescherte Wetzelsdorf eine eigene Pfarre. Die älteste Gottesdienststelle in Wetzelsdorf wurde 1903 in einem Vorgängerbau des heutigen Raiffeisenhofes geschaffen. Diese kleine Kapelle wurde 1932 neu situiert und vergrößert. Der erste ständige Seelsorger in Wetzelsdorf war der Straßganger Kaplan Alois Rath, der im März 1951 als Stationskaplan hier angestellt wurde.
Diese Stationskaplanei im Raiffeisenhof war das organisatorische und geistige Fundament für die Schaffung eines pfarrlichen Seelsorgezentrums in Wetzelsdorf. In den Jahren 1952 – 1959 wurden die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen, Kirche, Pfarrhof, Pfarrheim und Pfarrkindergarten wurden gebaut, finanziert von der Diözese, von der „Mutterpfarre“ Straßgang und von der Bevölkerung von Wetzelsdorf. Am 1. Jänner 1960 wurde die am 24. Mai 1959 geweihte Kirche Christkönig in Wetzelsdorf zur Pfarrkirche erhoben und der bisherige Stationskaplan Alois Rath zum ersten Pfarrer der Pfarre Graz-Christkönig ernannt. Das neue Pfarrgebiet wurde von den Nachbarpfarren Straßgang, Don Bosco und Hl. Schutzengel abgetrennt. Rund 4000 Katholiken lebten bei der Gründung in der Pfarre Christkönig, heute sind es knapp 6000.
Die in den Jahren 1957 – 1959 erbaute Pfarrkirche ist „Jesus Christus, dem König des Weltalls, kurz „Christkönig“ geweiht. Das Christkönigsfest wird jeweils am letzten Sonntag im Kirchenjahr – d.i. der Sonntag vor dem 1. Adventsonntag – gefeiert. Christus ist in der Kirche in zweifacher Gestalt dominierend dargestellt: am 90 m2 großen, von Hubert Tuttner geschaffenen Altarmosaik als gekreuzigter und am Betonglasfenster der Nordwand als auferstandener Erlöser der Welt.
Dieses „Auferstehungsfenster“ und das die ganze Westwand einnehmende „Schöpfungsfenster“ sind künstlerisch hochwertige Werke von Albert Birkle. Vom selben Künstler stammen auch die in Bleiglastechnik ausgeführten Kreuzweg-Fenster. Die vier Bleiglasfenster der Wochentagskapelle wurden von der Wetzelsdorfer Architektin Barbara Konrad entworfen. 2000 wurde die Kirche umgebaut und renoviert, der Altarraum wurde nach Entwürfen von Architekt Reinhard Schöpf neu gestaltet. Dank dieser einfühlsamen Neugestaltung und dank der durch die dominanten Glasfenster stimmungsvollen „Lichtmalerei“ zählt die Christkönigkirche von Wetzelsdorf künstlerisch und liturgisch zu den bedeutendsten modernen Kirchenbauten von Graz. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, dieser Kirche, auch wenn sie etwas abseits der ausgetretenen Grazer Touristenpfade liegt, einen Besuch abzustatten.