Katholische Kirche in der Steiermark

Kirche

Geschichte der Kirche:
Die Klosterkirche der Barmherzigen Brüder
“Maria Verkündigung“ in Graz
Am 20. Juni 1615 kam es unter Beisein der Erzherzöge Maximilian Ernst und Ferdinand II., des Apostolischen Nuntius sowie Fr. Gabriel Ferrara durch den Fürstbischof von Laibach Thomas Krenn zur Grundsteinlegung für die Niederlassung der Barmherzigen Brüder in Graz. Wegen Baufälligkeit der Kirche begann etwa 100 Jahre später der Grazer Hofbaumeister Johann Georg Stengg mit dem Neubau der heutigen Klosterkirche, die am 30. Juli 1769 durch den Bischof von Seckau, Joseph Philipp von Spauer, konsekriert wurde (Gedenktafel unter der Kanzel). Die Kirche weist eine bemerkenswerte dreifach-schwingende Fassadengestaltung mit Stuckdekor auf und nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Spätbarockarchitektur in Österreich ein.
Der vierjochige Innenraum folgt dem traditionellen Langhaustypus mit Seitenkapellen und Emporen. Besonders hervorzuheben ist die einheitliche spätbarocke Innenausstattung.

Die Kirche besitzt acht Altäre: Der Hochaltar mit Figurengruppen von Barmherzigen Brüdern und reichem plastischen Schmuck zählt zu den bedeutendsten spätbarocken Altären in der Steiermark. Er ist ein Hauptwerk Josef Schokotniggs. Bereits 1753 kam das vom Italiener Corrado Giaquinto gemalte Altarbild mit der Darstellung der Verkündigung an Maria im Grazer Konvent an. (Diese wurde durch den Brand des Hochaltares am 1. November 1977 zerstört. Fritz Thaler fertigte 1990 eine dem Original in Größe und Stil entsprechende Kopie an.)

In den Seitenaltarnischen mit bemerkenswerten Fresken befinden sich folgende Seitenaltäre: Johannes von Nepomuk-Altar, Se. Johannes Grande-Altar, Herz Jesu-Altar (von Veit Königer), Kreuz-Altar, Johannes von Gott-Altar und Barbara-Altar.
Die prunkvolle Kanzel wurde 1739 von Matthias Leitner geschaffen. Kirchenbänke und Beichtstühle stammen vom Ordensbruder Sophronius Siegenbrock (um 1770).

Hinweise auf den Orden finden sich in der Wiedergabe des Ordenswappens (Granatapfel mit dem Kreuz) am schmiedeeisernen Oberlichtgitter des Hauptportals, an den Kirchengestühlwangen und am Hochaltar sowie durch die Darstellungen der Ordenspatrone Erzengel Raphael am Hochaltar und Erzengel Michael auf dem Kanzelschalldeckel und bedeutender Ordensbrüder.Die an der Ostseite der Kirche angebaute Maria-Loreto-Kapelle wurde von J. G. Stengg 1746 errichtet und hatte hinter dem Chor der alten Kirche einen Vorgängerbau, der 1735 abgebrochen wurde. 1886 kam es zur Neuausstattung der Kapelle (Neorenaissance-Altar). Die Gnadenstatue „Maria Loreto“ ließ 1653 der Stifter Graf Johann Georg von Herberstein in Italien anfertigen.