Brief des Pfarrers

Liebe PfarrbewohnerInnen!

Wir feiern ein Jubiläum. Jubilieren heißt jubeln, frohlocken, sich freuen. Was ist der Grund der Freude? 750 Jahre Pfarre Graz-St. Peter. Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde hier ein Stück Erde zum heiligen Boden. „Zieh deine Schuhe aus, der Ort, wo du stehst ist heiliger Boden“, sagt Gott zu Moses. Mutige Männer kamen von Ferne zu uns und kündeten von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, sowie die Zuwendung Jesu zu den Sündern, den Kleinen, Kranken und Schwachen. Jesus nachfolgen verstanden die Menschen damals sehr gut, weil es die Gefolgschaft dem Landesherrn gegenüber und Gefolgschaft den Grafen und Baronen gegenüber gab. Das einfache Volk bestand aus „Hörigen“ Leibeigene, dem Herrn gehörig. Die Sonn- und Feiertage waren eine willkommene Unterbrechung des oft sehr harten Alltags. So waren in der ersten Kirche (romanischer Stil) schon Altar und Kanzel die wichtigen liturgischen Orte.

Von der Kanzel kam der Trost der Frohen Botschaft und am Altar vereinigten die Menschen ihr Lebensopfer mit dem Opfer Christi. Heidnische Gebräuche und Gedanken wurden verchristlicht. So tief ging die Veränderung durch die Missionierung, dass der Name des Ortes sogar geändert wurde. St. Peter hieß vorher wahrscheinlich „Tremendorf „. Besonders prachtvoll ist die Kanzel unserer jetzigen Kirche ausgestaltet. Ein Zeichen der Wertschätzung des Wortes Gottes. Auf dem Schalldeckel ist die Verklärung Jesu dargestellt. Jesus tritt für einen Moment aus der Verborgenheit und lässt seine Herrlichkeit für drei Zeugen Petrus, Jakobus und Johannes aufleuchten. Der Vater bestätigt ihn als Sohn Gottes und lädt alle Menschen ein: „auf ihn sollt ihr hören!“ Gott hat sich seinem Volk schon am Berg Sinai mächtig geoffenbart. Dort hat er seinen Willen dem Volk kundgetan in den 10 Geboten. So ist die Kanzel, jetzt auch der Ambo, der symbolische Sinai, wo Gott uns seinen Willen kundtut in der Verkündigung der guten Nachricht.

Vom Tisch des Altares hat er uns die Eucharistie, als Quelle des Lebens, Nahrung, um Christ zu werden und zu bleiben und um stark zu sein im Kampf mit den Mächten der Finsternis, gegeben.

Die drei Jünger bekommen am Berg eine Ahnung vom Ziel der Zukunft des Jüngers, des Glaubenden. Mit ihm sprachen Moses und Elia. Jesus ist die Erfüllung von Gesetz und Propheten. Was auf dem Berg geschieht wirft ein helles Licht auf den dunklen bevorstehenden Kreuzweg. Die Erfahrung der Verklärung am Berg hilft den Jüngern und uns über alle Dunkelheiten des Lebens zum Licht der Auferstehung zu gelangen. An dieses Licht sollen sie sich erinnern. Jeder Sonntag soll etwas haben vom Berg. Der Alltag soll unterbrochen sein und wir hören auf die Stimme, die uns zur Gemeinschaft ruft, durch den auch wir Menschen werden können, die ihm gefallen. Wir müssen immer wieder ins Tal, aber wir kommen mit dem Licht auch für die, die den Sonntag verloren haben oder noch nicht zu ihm fanden. Ihnen dürfen wir Zeugnis geben, dass auch ihr Leben nicht ohne Verheißung ist.

Herzlich lade ich ein, die verschiedenen Veranstaltungen (siehe Terminkalender) dieses Jubiläumsjahres mitzufeiern.

Das Osterfest führe uns zum Tisch des Herrn und vereine jede Familie in der Freude des Ostermahles!

Ferdinand Köck

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