Grazer Kalvarienberg

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Ebenso Führungen durch den Luftschutz-Stollen im Kalvarienberg

Geschichtliches über den Grazer Kalvarienberg

Am Austein nördlich der Landeshauptstadt ließ Bernhard Walther, Oberstallmeister des Erzherzoges Maximilian Ernst von Innerösterreich, im Jahr 1606 drei Kreuze errichten. Die Erlaubnis dazu hatte er vom Eigentümer dieses Felsens, Johann Ferdinand Maschwander Freiherr von Kranichsberg, erhalten. Die drei Kreuze wurden bald beliebtes Prozessions- und Wallfahrtsziel. Freiherr Maschwander schenkte daraufhin den Hügel den Grazer Jesuiten, die mit der von ihnen gegründeten Bürgerbruderschaft "Mariä Reinigung" die Betreuung des Passionsortes übernahmen.

Nach jahrelangen Behinderungen und Verzögerungen durch die Amtskirche wurde 1653 die Erlaubnis zur Errichtung der Heilig-Grab-Kapelle und von Leidensstationen erteilt. 1654 wurde die Grabkapelle eingeweiht.

In den folgenden Jahren wurde der Austein zur eindruckvollsten Kalvarienberganlage der Alpenländer ausgestaltet. Ablässe und Meßlizenzen förderten die Beliebtheit dieses "Steinernen Spiels vom Leiden Christi" (L. Kretzenbacher). Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts bildete den Höhepunkt des barocken Frömmigkeitslebens am Kalvarienberg. 1660 pilgerte sogar Kaiser Leopold I. zu diesem Passionsort und spendete eine namhafte Summe. Förderer des heiligen Ortes waren auch die Familien Herberstein und Attems.

Ab 1659 wurden entlang des Prozessionsweges zum Kalvarienberg, ausgehend von der Kirche Mariahilf in Graz sieben steinerne Tabernakelsäulen mit der Darstellung der Sieben Schmerzen Mariä von Grazer Bürgern gestiftet.

Das im Jahr 1688 herausgegebene Wallfahrtsbüchlein bringt außer Gebeten und Andachten in Kupferstichen auch alle damals bereits vorhandenen Gebäude, Kapellen und Leidensstationen, darunter auch die 1668 errichtete größere Ölbergkapelle als Hauptkirche.

Mit der Einweihung der Heiligen Stiege und der Ecce-homo-Schaubühne im Jahr 1723 erfuhr die Kalvarienberganlage ihren Abschluß; es ist das Werk des bekannten steirischen Barockbaumeisters Johann Georg Stengg.

Der Grazer Kalvarienberg ist von den mehr als 600 Heiligen Bergen und Kalvarienbergen im Bereich der Donaumonarchie nicht nur die älteste derartige Anlage in diesem Gebiet, sondern zugleich auch in kultur- und frömmigkeitsgeschichtlicher Hinsicht die bedeutendste und größte

derartige szenische Darstellung des Leidens Christi in freier Natur. Der Großteil der Plastiken stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Als ein besonders wertvolles Kunstwerk ist der "Christus in der Geißelsäule" am oberen Ende der Heiligen Stiege hervorzuheben, ein Werk des Barockbildhausers Johann Jakob Schoy aus dem Jahr 1722.

Dr. Walter Brunner

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