Am 5. Juli 1998 erfolgte die Weihe der neuen Orgel in userer Kirche.
Nur durch die finanzielle Unterstützung vieler Freunde der Kirchenmusik
ist es möglich gewesen, dieses Projekt Ende 1999 abzuschließen.
Die Disposition der Orgel
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I. Manual (Hauptwerk)
Bordun 16' Tremulant |
II. Manual (Oberwerk)
Holzgedeckt 8' |
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Pedal
Subbass 16' |
weiters
Manualkoppel II/I |
Die Disposition wurde von den Organisten, die in der Pfarre mitarbeiten, zusammen mit den diözesanen Verantwortlichen und dem Orgelbauer erstellt.
Die Orgel
Die am 5. Juli 1998 geweihte neue Allgäuer-Orgel in der Pfarrkirche Graz-Graben entspicht im Aussehen (Prospekt), in Bautechnik und Klang im wesentlichen jenem Typ, der für die Musik Johann Sebastian Bachs besonders geeignet ist. Sie hat 23 Register mit 1.418 Pfeifen und ein Glockenspiel.
Das Instrument wurde von der Fa. Helmut Allgäuer Orgelbau in Grünbach am Schneeberg?/Niederösterreich errichtet. Die Werkstätte führt Neubauten und Restaurierungen mit hoher Qualität unter besonderer Berücksichtigung des künstlerischen Standards des 18. Jahrhunderts aus. Zu den größten Arbeiten aus dem letzten Jahrzehnt zählen die Restaurierungen der historisch außerordentlich bedeutenden Orgeln von 1739 in der Pöllauer Stiftskirche sowie der 1804 von lgnaz Kober im Stift Heiligenkreuz bei Wien erbauten Orgel mit 53 Registern (die Restaurierung wurde im September 1997 abgeschlossen). Von den Neubauten der letzten Jahre ist vor allem die Orgel im Konzcrtsaal von Velenje in Stowenien zu nennen.
Die Orgel hat seit ihrer ersten Verwendung im kirchlichen Raum die Aufgabe, den Gesang der Gläubigen und der Schola (Sängerchor) im Gottesdienst vorzubereiten, zu führen, zu stützen. Dazu gehören das Vorspiel (von der einfachen Intonation bis zum festlichen "Praeludium''), das Zwischenspiel und das Nachspiel (Postludium) sowie die Begleitung des Gesanges, manchmal auch die Vertretung der Gemeinde oder selbständige Aufgaben im Gottesdienst und im kulturellen Leben. Das Instrument gilt als Symbol der versammelten Gemeinde, da in der Orgel jede Pfeife ihren eigenen Klang, ihre eigene Größe und Gestalt hat, es nach alten Bauprinzipien "keine stumme Pfeife" geben soll und gerade wegen der Verschiedenheit ein unübertrefflicher Zusammenklang möglich ist - wenn jemand da ist, der mit allen Pfeifen und Tasten liebevoll, gottesfürchtig und ideenreich umgeht. So kann der Organistendienst zum Sinnbild für die Aufgabe jener Menschen werden, die für das Wachsen und Gedeihen einer Gemeinde, für die Leitung der Kirche notwendig sind.
Die Bedeutung der Orgel und des Organistendienstes läßt sich am Beispiel von Johan Sebastian Bach erkennen. Von seiner Kindheit an bis zum Ende seines Lebens bildet der Gesang der Gemeinde, das Kirehenlied, "die Mitte und das Herz" für sein Werk. So steht in seinen Kantaten und Passionen immer die Stimme der Gemeinde im Mittelpunkt, meist hat sie "das letzte Wort"!
Das Zweite Vatikanische Konzil bekennt sich dazu, die Orgel "in hohen Ehren zu halten". Denn, so heißt es in der Konstitution über die hl. Liturgie, "ihr Klang vermag den Glanz der Liturgie wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben". Das soll in der Grabenkirche auf vielfache Weise in Erfüllung gehen.
Johann Trummer