Graz-Bürgerspitalskirche
Dominikanergasse 8, 8020 Graz
Tel. 0650/2387014
2.Sonntag im Monat 18 Uhr Hl. Messe (MR 1969) 1., 3., 4., ev. 5. Sonntag Hochamt (MR 1962) Mai-Sept. 18.00h, Mo-Sa 7 Uhr Hl. Messe (MR 1969) 4.Samstag im Monat um 20 Uhr Sühnenacht Freitag 17.30 Uhr Hl. Messe (MR 1962)
2. Sonntag im Monat 18 Uhr Hl. Messe (MR 1969) 1., 3., 4., ev. 5. Sonntag Hochamt (MR 1962) Okt-April 17.00h, Mo-Sa 7 Uhr Hl. Messe (MR 1969) Freitag 17.30 Uhr Hl. Messe (MR 1962)
auf Anfrage
Die Bürgerspitalskirche zum Heiligen Geist in Graz
gehört der Landeshauptstadt Graz, welche der Rechtsnachfolger der Bürgerspitalsstiftung ist, und ist kirchenrechtlich ein Kuratbenefizium. Die geistliche Obsorge im Sinne der Stiftung wurde seitens der Stadt Graz in Absprache mit dem Grazer Ordinariat dem Militärordinariat Österreich überantwortet.
Derzeitiger Kirchenrektor ist Militärdekan und Benefiziazkurat Mag. et Dr. theol. Christian Rachlé, Pfarrer von Preitenegg, Diözese Gurk-Klagenfurt.
Dieses Kirchlein ist ein Kleinod unter den Grazer Kirchen. Sie wird auch wegen ihres zur Domkirche ähnlichen Hochaltaraufbaus der kleine Dom genannt. Erwähnenswert ist, daß die Heilig-Geist-Stiftungen des Hochmittelalters die Zivilspitäler begrün-det haben. Bis dahin waren die Hospitäler meist einem Kloster angeschlossen.
Finanziell wurde das Bürgerspital durch eine Stiftung der Eppensteiner aus Juden-burg 1320 abgesichert. 1461 erfolgte mit finanzieller Förderung Kaiser Friedrichs III. der Kirchenneubau. 1787 unter Joseph II. wurde das Spital und 1789 die Kirche ge-sperrt, aber 1793 wieder eröffnet. Knapp vor dem 2. Weltkrieg wurde das Bürgerspi-tal endgültig geschlossen und die letzten Bewohner in das neu eröffnete Städtische Spital am Gries umgesiedelt.
Die Kirche wurde unter Monsignore J. Wurzwallner 1966 außen und 1972/73 innen renoviert. Segensreich wirkte als sein Nachfolger GenVik Toni Schneidhofer bis zur Pensionierung 1998.
Der Bau ist gotisch, die nördlich angebaute Marienkapelle und Sakristei Barock. Die Innenausstattung ist Spätbarock.
Der Hochaltar von Johann Jakob Schoy ist von der Form jenem des Doms zu Graz äußerst ähnlich. Das Hochaltarbild von F. Ignatius Flurer zeigt das Pfingstwunder mit der Herabkunft des Heiligen Geistes, der auch der Kirchenpatron ist. Auf der Evange-lienseite über der Tür zu Sakristei ist eine Skulptur der legendären Szene, wie Christus sich vom Kreuz zum Hl. Bernhard von Clairvaux herabbeugt, zu sehen. Die-se Skulptur zeugt auch von der engen Verbindung der Bürgerspitalsstiftung zum Zisterzienserkloster Rein bei Graz. In der Marienkapelle steht ein ?alt geschnitzeltes Unser lieben Frauenbildt? aus der Zeit von 1470 bis 1490. Diese gotische Muttergot-tes-Skulptur ist jedoch aus Naturstein.
Zu erwähnen ist auch die barocke Kanzel, welche eine stilisierte Bundeslade dar-stellt. Am Korb sind wie bei einer Sänfte tragstangenähnliche Knäufe angebracht und das Dreieck mit dem allsehenden Auge Gottvaters. Am Schallhimmel ist die Taube als Symbol des Heiligen Geistes zu sehen. Jedoch die zweite göttliche Person, Jesus Christus, scheint zu fehlen. Da jedoch der Priester das Evangelium bzw. die Predigt an Christi statt verkündet, ist die Dreifaltigkeit wieder komplett.
Weiters birgt die Bürgerspitalskirche eine der ältesten noch erhaltenen Orgeln aus dem späten 18. Jahrhundert. Diese wurde erst 2004 von Grund auf saniert und res-tauriert. E. Triebl, der Doyen der Grazer Organisten, F. Diethard, einer der begna-detsten Musikpädagogen unserer Heimatstadt, und der leider schon verstorbene L. Peyr spielten und spielen dieses großartige Instrument.
Als Besonderheit ist zu bemerken, daß in der Bürgerspitalskirche durch die Erlaubnis unseres HH Bischofs, S.E. Dr. E. Kapellari, die Hl. Messe auch im alten lateinischen Ritus, besser bekannt als tridentinischer, gefeiert werden darf. Dafür ist Pfarrer Koni Sterninger zuständig.
Des weiteren werden Konzerte und musikalisch gestaltete Messen in und für dieses Grazer Kleinod organisiert.
Am Samstag vor ?Gaudete?, dem 3. Adventsonntag, wird traditionell eine Adventmeditation mit Johannes Pump und einem Flötenensemble unter der Leitung von Helga Haditsch gehalten.


